Unternehmenssanierung: Runder Tisch

Fotografin: Carmen Palma - Fotoatelier Human in Time
Fotografin: Carmen Palma - Fotoatelier Human in Time

 

 

 

 

 

 

 

Mittelstand-Beratung begleitet seit Herbst 2014 bis ins Frühjahr 2015 ein Unternehmen in der Krise und leitet in enger Abstimmung mit dem Kunden Maßnahmen zur Bewältigung der Krise im Rahmen des Runden Tisch (RT kfw) ein. Die ersten Schritte zur Unternehmenssanierung sind damit getan.  



Unternehmenssanierung: Zur Vorgeschichte

Der jüngsten Unternehmenssanierung durch Mittelstand-Beratung geht eine respektable unternehmerische Vorgeschichte voraus. Der Unternehmer ist in den ersten Phasen nach Gründung seiner GmbH sehr fokussiert gestartet,  und zwar mit Hilfe einer Gründungsberatung und einem passendem Businessplan. Das Geschäft entwickelte sich die ersten drei Jahre entsprechend den Planungen stets positiv. Und so hätte es auch weiter gehen können, wenn nicht im vierten Jahr unvorhergesehene private Herausforderungen aufgetreten wären. Oft wirkt sich das Private auf das Geschäftliche aus, so auch in diesem Fall. Verschärfend kam das sich verschlechternde Wirtschaftsklima hinzu. Dieses hatte auf die Branche des Unternehmens erheblichen negativen Einfluss, und so kulminierte beides in einer handfesten Unternehmenskrise. Erfahren Sie mehr in der Sanierungsberatung.

Die ersten und unmittelbaren Folgen waren:

  • die Ablauforganisation wurde zunehmend auf das Notwendigste beschränkt
  • die Neukundenakquisition verlangsamte sich und kam zum Erliegen
  • Aufträge und Kundenprojekte wurden nicht mehr einwandfrei abgearbeitet
  • Rechnungen und Mahnungen wurden verspätet geschrieben
  • der zurückgehende Cashflow führte zu einer angespannten Finanzlage

Zum Ende des vierten Geschäftsjahres fand sich der Unternehmer in einer äußerst prekären Situation wieder. Die Unternehmenssanierung wurde nötig.

Unternehmenssanierung: Unternehmenskrise oder Insolvenz?

Eine Unternehmenskrise liegt vor, wenn akute Gefahr für das Unternehmen besteht, also die Fortführung gefährdet oder unmöglich wird. Die Existenz des Unternehmens ist also substanziell bedroht. Fehlende Kunden, reduzierte Organisationsstrukturen, grenzwertig aufgezehrtes wirtschaftliches Eigenkapital und damit verbunden die erschwerte oder unmögliche Neu- oder Anschlussfinanzierung sind wesentliche Indikatoren für eine schwerwiegende betriebswirtschaftliche Krise. 

Die Unternehmenssanierung beginnt an diesem Punkt, denn: Eine Unternehmenskrise ist noch keine Insolvenz! Dennoch ergeben sich aus dieser Situation für den Geschäftsführer einige wesentliche Pflichten. 


In Phasen der Unternehmenssanierung muss der Geschäftsführer regelmäßig Schwachstellen analysieren und Möglichkeiten zur Sanierung des Unternehmens prüfen. Vernachlässigt der Geschäftsführer diese Pflicht, kann er bei Verschulden gegenüber dem Unternehmen auf Schadensersatz verklagt werden (§43 GmbHG). Dies schließt auch mit ein, dass der Geschäftsführer permanent prüft, ob Gründe vorliegen, die einen Insolvenzantrag erfordern.

Unternehmenssanierung: Zur Rechtzeitigkeit der Sanierungsmaßnahmen

Der Unternehmer erkennt in der Regel sehr gut, wann sein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät. In der Praxis erleben wir dennoch sehr häufig, dass Unternehmer sozusagen sehenden Auges in die Insolvenzverschleppung stolpern. Grund ist, dass Sanierungsmaßnahmen zu spät eingeleitet werden oder der Insolvenzantrag zu spät gestellt wird. 

 

Was kann der vorausschauende Unternehmer tun?

Nicht prokrastinieren bei der Unternehmenssanierung! 


Es ist ein natürlicher Reflex, sich von gefährlichen oder unangenehmen Dingen fernzuhalten oder sich abzuwenden. Das Zögern, sich damit zu befassen (prokrastinieren) ist allerdings einer der größten Fehler, die ein Unternehmer begehen kann. 

Wertvolle Zeit verstreicht und die Möglichkeiten schwinden, eine Unternehmenssanierung zu beginnen und zum Erfolg zu führen. 

Schwachstellenanalyse in der Unternehmenssanierung: Eine Schwachstellenanalyse ist für Unternehmen in der Krise eine der ersten und einfachsten Sanierungsmaßnahmen, die man ergreifen kann. Mit Hilfe eines zertifizierten Beraters kann sich der Unternehmer - staatlich gefördert und nach klaren Regeln - eine Schwachstellenanalyse erstellen lassen.

Sanierungsmaßnahmen:

Im Rahmen der Schwachstellenanalyse werden exakt passend auf die Möglichkeiten des betroffenen Unternehmens die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen identifiziert. 

Dies kann beispielsweise der Nachschuss von Eigenkapital durch die Gesellschafter sein oder das Eintreten in Verhandlungen mit den existierenden Gläubigern. Die Schwachstellenanalyse stellt die Basis der Unternehmenssanierung dar.

Ein Ratschlag an dieser Stelle: 

Unternehmen und Unternehmer sind in Krisensituationen im Ausnahmezustand. Unabhängig davon, ob es sich um junge Geschäftsführer von Start-Up-Unternehmen oder erfahrene Geschäftsführer im Mittelstand handelt, für gewöhnlich ist man mit der Unternehmenssanierung überfordert. Es ist daher sehr ratsam, kühl und besonnen zu agieren und sich Hilfe zu suchen. 

Unternehmenssanierung: Ein wichtiger Entschluss! KfW Programm ‚Runder Tisch‘

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) hat speziell für Unternehmen in der Krise ein Unterstützungsprogramm aufgelegt, das den Weg zur Hilfe aus der Krise enorm verkürzt. Das Wichtigste über das KfW Programm ‚Runder Tisch‘: 

  • Geeignet für Unternehmen und Freiberufler in Schwierigkeiten
  • Kostenübernahme für eine qualifizierte Unternehmensberatung
  • Durchführung einer Schwachstellenanalyse mit Lösungsvorschlägen
  • Zielorientierte Gesprächsrunden für tragfähige Lösungen

Mit dem Förderprogramm ‚Runder Tisch‘ der KfW erhalten Unternehmen in Schwierigkeiten eine qualifizierte Beratung durch einen zertifizierten Unternehmensberater; dieser treibt die  Unternehmenssanierung gemeinsam mit dem Geschäftsführer voran. Zu den Beratungsleistungen gehören:

  • eine Schwachstellenanalyse für Ihr Unternehmen
  • eine realistische Einschätzung der Chancen zur Weiterführung des Unternehmens
  • konkrete Vorschläge für Optimierungsmaßnahmen

Bei Bedarf werden in ergänzenden Gesprächsrunden mit Unternehmen, Beratern und Gläubigern gemeinsame Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Das Wichtigste für den Geschäftsführer ist, dass er am Ende dieses ‚Runden Tisches‘ eine qualifizierte Schwachstellenanalyse vorweisen kann. Er hat damit nämlich seine erste Sanierungsmaßnahme erfolgreich eingeleitet und ist somit einer wesentlichen Geschäftsführerpflicht nachgekommen.

Das Ergebnis der Schwachstellenanalyse kann sein:

Es wird festgestellt, dass belastbare Möglichkeiten vorhanden sind, die eine positive Fortführungsprognose rechtfertigen. Unter positiver Fortführungsprognose versteht man ein Gutachten, das feststellt, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann. Voraussetzung ist, dass bestimmte Anspruchsteller an der Sanierung mitwirken. Für viele Banken ist für die Finanzierung eines Unternehmens in Schwierigkeiten eine positive Fortführungsprognose Voraussetzung.

Es muss Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt werden, da das Unternehmen nicht mehr zu retten ist und die entsprechenden Gründe für einen Insolvenzantrag identifiziert wurden. In diesem Fall hat der Geschäftsführer Gewissheit und kann mit Hilfe des Beraters den Antrag ausfüllen sowie das Insolvenzverfahren einleiten. Ein Eigenantrag ist im Hinblick auf eine Restschuldbefreiung immer dienlich. 

Der ‚Runde Tisch‘ ist ein hervorragendes Instrument, um den Grad der Schwierigkeiten im Unternehmen feststellen zu können und die Unternehmenssanierung in geordnete Bahnen zu lenken. Der hinzugezogene Berater erhält einen sehr guten Einblick in das Unternehmen und kann in kürzester Zeit wertvolle Tipps geben.

Die Konditionen des Programms ‚Runder Tisch‘:

Kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Deutschland sowie Freiberufler, die trotz guter Marktchancen in Schwierigkeiten geraten sind, können den ‚Runden Tisch‘ (TAB KfW) über die IHK für die Unternehmenssanierung beantragen. Für in München und Oberbayern ansässige Unternehmen ist Frau Angelika Wramba die zuständige Ansprechpartnerin 

Interessant für Unternehmer sind die Konditionen. Der Unternehmer trägt einen Eigenanteil von maximal etwa 300 Euro plus ggf. anfallender Reisekosten. Gerne beraten wir Unternehmer über die Möglichkeiten dieser Antragsstellung und das sich darauf anschließende Vorgehen.

Unternehmenssanierung: Die Turnaround Beratung (TAB KfW)

Eine sogenannte Turnaround Beratung kann der Unternehmer im Anschluss an eine im Rahmen des ‚Runden Tisch‘ erfolgreich erteilte positive Fortführungsprognose in Anspruch nehmen. Hier erhält der Unternehmer bis zu 65 % Zuschuss zu den Kosten einer tiefer gehenden Unternehmensberatung, die bei wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen unterstützt. 

 

Die Turnaround Beratung darf nur durch unabhängige Berater der KfW-Beraterbörse erbracht werden. Der Geschäftsführer von Mittelstand-Beratung Herr Thomas Jäger ist für dieses Programm zugelassen.

Unser Fazit:

Für Unternehmen und Freiberufler in der Krise gibt es viele Herausforderungen und weitreichende Konsequenzen, wenn man diese nicht rechtskonform löst. Der Staat hat jedoch nicht nur strenge Regeln geschaffen, sondern unterstützt die Unternehmer auch durch Förderung von qualifizierter Beratungsleistung.