Gründercoaching: Der Vergleich der Förderbedingungen 2014-2015

Fotografin: Carmen Palma - Fotoatelier Human in Time
Fotografin: Carmen Palma - Fotoatelier Human in Time

 

 

 

 

 

 

Liebe Gründer, Startups und Selbstständige, wir haben uns die Mühe gemacht und die Förderbedingungen des Gründercoaching Deutschland von der aktuellen mit der letzten Förderperiode verglichen. Unser Fazit: Freuen dürfen sich nur gemeinnützige Unternehmen, also Social Enterpreneurs.


Gründercoaching: förderfähiges Beratungshonorar

Im Gründercoaching waren bisher bis zu 6000 Euro förderfähiges Beratungshonorar vorgesehen. Dies entsprach bei einem Stundensatz von 100 Euro 60 Stunden gefördertem Coaching für Gründer, Selbstständige und Startups. 

Ab Mai 2015 sind nur noch 4000 Euro maximale Förderhöhe vorgesehen. Das bedeutet, Gründern stehen nur noch maximal 40 Stunden zur Verfügung, um mit ihrem Berater ihr Vorhaben zu thematisieren. Dies ist eine deutliche Verschlechterung der Förderung. Erfahren Sie mehr durch unsere Gründungsberatung

Gründercoaching: Frist nach der Gründung

Bisher stand das Gründercoaching allen Unternehmern offen, die bereits bis zu fünf Jahre im Geschäft waren. Der genaue Wortlaut: förderfähig sind Gründer innerhalb der letzten 5 Jahre nach Gründung. 

Auch hier wurde gekürzt: Ab Mai 2015 ist ein Gründercoaching nur noch innerhalb der letzten 2 Jahre nach Gründung möglich - eine klare Verschärfung der Förderungsbedingungen.

Gründercoaching: Abtretungsregelung gestrichen

War es für Gründer bisher möglich, nur den sogenannten Eigenanteil von 50% des Coaching zu zahlen und die anderen 50% von der öffentlichen Hand begleichen zu lassen, so müssen sie heute 100% an den Berater überwiesen. 

Erst nach der Überweisung bekommt der Gründer 50% des Beraterhonorars von der Förderstelle zurück. Diese Regelung mag in der Theorie keinen großen Unterschied darstellen. In der Praxis spielt dieser Unterschied gleichwohl eine entscheidende Rolle. 

Durch diese Änderung muss der Gründer über eine deutlich höhere Liquidität verfügen, um das Coaching problemlos zahlen zu können.

Aber genug der schlechten Botschaften. Es gibt auch Positives zu vermerken.

Gründercoaching: Teilzeit wird nun ebenfalls gefördert

War das Programm Gründercoaching bisher nur für Unternehmer zugänglich, die in Vollzeit ihrer Tätigkeit nachgingen, so ist nun auch eine selbstständige Tätigkeit in Teilzeit förderfähig. 

Das ist sicherlich eine gute Botschaft und mag auch erklären, warum die Förderhöhe gesenkt wurde. 

Es gibt durch diese Neuregelung natürlich eine größere Personengruppe als bisher, auf die die Mittel aus dem Fördertopf aufgeteilt wird. – Aber dies ist Spekulation.

Neu im Gründercoaching: Social Entrepreneurs

Für eine zweite Gruppe von Unternehmern hat sich das Programm Gründercoaching ebenfalls geöffnet: Auch gemeinnützige Tätigkeiten werden nun gefördert. Das ist ein deutlicher Fortschritt, denn damit erkennt die öffentliche Hand sowohl innovative Geschäftsmodelle an als auch den Wandel in der Gesellschaft hin zu einer Arbeit mit größerem Sinngehalt. Aus Sicht von Mittelstand-Beratung ist dieser Punkt eine positive Entwicklung.

Fazit zum Gründercoaching Deutschland: Die Politik muss mehr tun! 



Die Förderung des Mittelstands und der kleinen Unternehmen hat deutlich an Substanz verloren, auch wenn das Programm nun dem Trend zum Social Enterprise folgt.  

Ab 2016 soll das Programm über die BAFA laufen. Näheres ist allerdings noch nicht bekannt. Es gilt zu hoffen, dass sich die aktuellen Regelungen dann nicht weiter verschärfen! Im Business Incubator von Mittelstand-Beratung: Nutrion - werden wir uns jedenfalls weiter für eine gute Gründungskultur in München einsetzen.